“Manchmal vermisse ich meine Familie”

18.08.2001 zdf.de // Frank Baloch

Sie ist eine der Newcomerinnen des Jahres 2001: Sarah Connor aus dem norddeutschen Delmenhorst hat gleich mit ihrer Debüt-Single “Let’s get back to bed, boy” allen gezeigt, wo ihr Weg hin geht: nach ganz oben. Und sie hat sich deshalb für ihr Debüt mit TQ auch einen der ganz Großen der amerikanischen Rap-Szene an Bord geholt. Auf dem ZDFonline-Sofa nahm Sarah Platz, bevor sie von ihrem Glück erfuhr, Comet-Preisträgerin 2001 zu sein.

ZDFonline: Bei “Let’s get back to bed, boy” hast Du Dir Verstärkung vom amerikanischen Rapper TQ geholt. War das eine einmalige Zusammenarbeit, oder gibt es für die Zukunft weitere Pläne?

Sarah Connor: Da wir uns so gut verstanden haben und das alles so gut geklappt hat, hat er spontan erst einmal gesagt, er möchte noch bei einem anderen Song auf meinem Album mitsingen. Dann hat er mir noch einen Song geschickt, den er extra für mich geschrieben hat. Das fand ich total süß. Der Song ist natürlich mit auf dem Album – aber eine weitere Single mit uns beiden wird es erst einmal nicht geben.

ZDFonline: Das Jahr 2001 ist Dein Jahr. Von null auf Popstar – wie hat das Dein Leben verändert?

Sarah Connor: Komplett, in jeder Beziehung. Ich habe viel weniger Zeit für meine Familie, meine Freunde, es gibt keine richtigen Alltag, es gibt jeden Tag etwas anderes zu tun. Man kann nicht sagen, ich stehe morgens um sechs auf und geht abends um sieben ins Bett. Es geschehen jeden Tag aufregende, spannende Dinge. Ich muss mich daran gewöhnen, dass mein Leben jetzt in der Öffentlichkeit stattfindet. Als ich zum Beispiel an meinem Geburtstag zum Bäcker gegangen bin, haben mir Leute gratuliert, die ich gar nicht kannte – daran muss ich mich halt gewöhnen. Das Einzige, was ich sehr vermisse, ist meine Familie. Meine Mutter habe ich oft mit auf Tour, aber meine jüngeren Geschwister eben nicht.

“Ich möchte, dass die Leute nachdenken”

ZDFonline: Ein großer Vorteil im Leben eines Popstars ist es, dass man viel reist. Nimmst Du Dir für die Orte, in denen Du auftrittst, viel Zeit, oder siehst Du nur die Strecke vom Hotel zur Veranstaltung und wieder zurück?

Sarah Connor: Ich versuche schon, mir mehr Zeit einzuplanen und auch was von der Gegend kennen zu lernen. Im Moment ist das schwer, weil alles sehr hektisch ist und viel gemacht werden muss. Da siehst du wirklich oft nur die Straßen vom Flughafen zum Hotel, vom Hotel zum Soundcheck, vom Soundcheck zum Hotel, vom Hotel zum Auftritt und vom Auftritt wieder zum Hotel und am nächsten Tag zum Flughafen und zurück. Wenn wir zwei, drei Tage länger da sind, dann genieße ich das auch: Ich schaue mir die Stadt an, gehe in Museen oder shoppen. Ich probiere so viel wie möglich, aber oft, wenn ich Freizeit habe, schlafe ich auch einfach lieber, weil das bei den vielen Auftritten gerne auf der Strecke bleibt.

ZDFonline: Du schreibst Deine Musik zum Teil ja selbst, wo bekommst Du dafür Deine Inspiration?

Sarah Connor: Inspiration ist eigentlich im Moment mein ganzes Leben. Jeden Tag passieren aufregende Dinge. Ich versuche, all das zu verarbeiten, und setze das in meinen Songs um. Ich möchte, dass die Leute darüber nachdenken, was ich singe.

ZDFonline: Wie wichtig sind Dir denn Preise?

Sarah Connor: Ich fühle mich sehr geschmeichelt, für den Nachwuchs-Cometen nominiert zu sein, aber ich rechne nicht wirklich damit, den Preis zu gewinnen. Ich bin erst seit ein paar Monaten dabei und ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich für den Preis nominiert bin, aber ich wäre ohne Preis genauso glücklich. Mein Leben ist wundervoll im Moment, und ich möchte daran auch nichts ändern.

ZDFonline: Wie ist Deine weitere Planung, wie soll es nach dem Riesenhit “Let’s get back to bed, boy” weiter gehen?

Sarah Connor: Es gibt viel zu tun. Meine neue Single “French Kissin’” kommt am Montag, 20. August, raus. “Let’s get back to bed boy” wird fast zeitgleich in Europa veröffentlicht. Im September startet eine große Promotion-Tour quer durch Europa, wo ich ziemlich viel pendeln muss. Mein Album kommt Ende September, und weiter denke ich bisher nicht. Alles andere kommt von alleine.