„Sorry Jungs, Marc gehört mir!“

Sie ist Deutschlands derzeit international erfolgreichste Sängerin.Ein blonder Vamp mit schwarzer Stimme wie einst Dusty Springfield, mit deren ”Son Of A Preacher Man” sie nun ihr Publikum begeistert. Eine Soul-Queen dreht auf. Rote Teppiche, wilde Zeiten, schwule Fans: Sarah Connor (27) im Exklusiv-Interview mit ADAM.

Dass du in der Champions-League des Soul mitspielst,zeigt deine neue Single ”Son Of A Preacher Man”. Der Song wurde für Aretha Franklin geschrieben, 1968 von Dusty Springfield veröffentlicht und zum Welthit. Nancy Sinatra oder Dolly Parton haben ihn gesungen. 1994 durchzog er den Film ”Pulp Fiction”. Was bedeutet dir dieser Song?

Das ist für mich eine meiner ersten musikalischen Kindheitserinnerungen. Bevor ich sprechen konnte, konnte ich diesen Song singen. Mein Vater hat ihn immer gehört, wenn er von der Arbeit nach Hause kam. Er hat mich auf den Arm genommen,mich geschaukelt, und ich bin dazu eingeschlafen. ”Son Of A Preacher Man” ist für mich wie ein Heimatgefühl, ein Stück Zuhause.


Du wurdest also schon als Kind mit Soulmusic infiziert?

Soul ist etwas Ehrliches, etwas Echtes, Pures, das berührt mich ganz tief drin. Es ist etwas, das ich gerne weitergebe, denn auch ich will Menschen Sie ist Deutschlands derzeit international erfolgreichste Sängerin. Ein blonder Vamp mit schwarzer Stimme wie einst Dusty Springfield, mit deren ”Son Of A Preacher Man” sie nun ihr Publikum begeistert. Eine Soul-Queen dreht auf. Rote Teppiche, wilde Zeiten, schwule Fans: Sarah Connor (27) im Exklusiv-Interview mit ADAM. Von Hermann J. Huberberühren. Ich weiß, ich komme nicht aus dem Ghetto, nicht aus den Slums, aber ich hab trotzdem diese Emotionen zwischen Wehmut, Leidenschaft und Traurigkeit. Als ich wegen der schweren Krankheit meiner Tochter so aufgewühlt war, dachte ich, jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich das singen kann, jetzt hab ich so viel erlebt, solche Achterbahnfahrten hinter mir, da kann ich diesen Songs aus meiner Kindheit mein eigenes Gefühl einhauchen.

Dein aktuelles Album klingt wirklich so, als hätte man dich an ein Kraftwerk angeschlossen.

(lacht) Du, das sind wirkliche Emotionen! Stimme und Singen hat für mich ganz viel mit Seele zu
tun. Ein Song wie ”I’ve Got To Use My Imagination” fordert so viel Kraft, da musst du deine ganzen Hemmungen ablegen und losschreien im Studio. Ich hab das mit ganzem Körpereinsatz gesungen und mich dabei gefühlt wie eine dicke Black Mama. Ich muss da echt alles geben.

Auch beim Titelsong ”Soulicious” musst du doch selbst eine Gänsehaut kriegen?

Das ist eine schöne Nummer. Ich war die Nacht, bevor ich den Song im Studio einsingen sollte, mit Freundinnen in Berlin unterwegs und hab richtig gefeiert. Am nächsten Morgen im Hotelzimmerdachte ich, Scheiße, ich hab den Text noch gar nicht fertig geschrieben. Es gab noch nicht mal einen Arbeitstitel. Da hab ich mich an meinen Laptop gesetzt und plötzlich kam das alles aus mir herausgesprudelt, das Gefühl von damals, das ich hatte, als mich mein Vater auf den Arm genommen hat. ”Soulicious” ist eine Hommage an die Zeit der tollen Künstler damals.

Dusty Springfield, 1999 mit 60 Jahren verstorben, war eine große Schwulen-Ikone. Gays lieben Frauen mit Power und Glamour. Auch deine Musik ist aus der Gayszene nicht mehr wegzudenken. Spürst du diese Begeisterung?

Ja, sehr stark. Ich hab sogar mal im ”Astoria Club” in London gespielt, das war eine tolle Erfahrung. Es war eine unglaubliche Stimmung, es hatte eine ganz eigene Magie, total abgefahren. Ich habe ein großes schwules Publikum, viel Austausch mit Gays, die mir schreiben, die ich treffe, die mir ihre Geschichte erzählen. Ich war neulich mit meinen beiden Kindern auf einer Schwulenparade in Hamburg und hab so richtig mitgefeiert. Die wollten mich sogar auf den Wagen holen.

Pop-Diven wie Melanie C, Lisa Stansfield oder Kim Wilde erzählen mir immer wieder, Schwule seien das beste Publikum, da springe der Funke sofort über. Erlebst du das auch so?

Ja, es ist eine ganz besondere Stimmung und eine ganz besondere Wertschätzung. Du wirst auch als Frau ganz anders wahrgenommen und geschätzt. Gays verteidigen dich bis aufs Blut!

Viele Gays beneiden dich auch um deinen tollen Ehemann Marc Terenzi.

(lacht) Das kann ich sehr gut verstehen. Aber: Sorry Jungs, keine Chance! Marc gehört mir!

Wie sehr haben Ehe und Mutter sein die Reife in deiner Musik befördert?

Das ist eine Herausforderung, eine einzigartige Erfahrung. Eine Bindung ist in einem Business, das so schnelllebig ist, so flatterhaft, wo du zugedröhnt und den ganzen Tag mit Reizen stimuliert wirst,
sehr wichtig. Sich zu besinnen, ich vertraue mich jemand an, zu wissen, da gehöre ich hin, das gibt mir eine große Sicherheit.

Du pendelst zwischen Deutschland und Amerika. Hilft es dir, dass du nicht an einem Ort festgeschraubt bist?

Ich bin Sternzeichen Zwilling, rastund ruhelos. Durch meine Kinder ist es besser, da hab ich meine Ablenkung. Die brauche ich immer wieder, weil ichein flatterhafter Schmetterling bin. Andere Kulturen, umso spannender!Ich würde wahrscheinlich ein Nomadenleben führen, wenn ich keine Familie hätte. Die Familie ist mein Ruhepol, durch sie komme ich runter.

Hast du Qualitäten als Hausfrau?

Als Mutter bin ich schon voll dabei, als Hausfrau geb ich mir Mühe. Den Staubsauger schwing ich auch selber mal, aber ich hab eine ganz tolle Perle, die mir hilft.

Du hast über zwei Dutzend Awards und Auszeichnungen bekommen. Gibt es auch zuhause einen roten Teppich, über den du manchmal läufst und denkst: Mein Gott, das hab ich schon alles geschafft in meinem jungen Leben?

Nein, so nicht. Aber Marc hat in unserem langen Kellergang eine Art ”Wall of Fame” eingerichtet und Strahler
aufgehängt. Er hat das gemacht, als unsere Tochter so krank war und ich dachte, ich könnte nie wieder auf der Bühne stehen. Da hat er mich runtergeführt und mir das gezeigt. Da war ich sehr gerührt.

Wovon träumt eine Seelentrösterin?

Ich wünsche mir momentan, dass alles so bleibt wie es ist. Ich möchte jeden Tag so annehmen, wie er ist und ihn genießen. Ich wünsche mir, dass ich bewusst mit meinem Leben umgehe, mit meinen Mitmenschen, dass ich nicht alles für selbstverständlich nehme, dass ich nicht in einen Trott verfalle und gelangweilt bin von dem ganzen Luxus, dass ich die Demut vor den kleinen Dingen behalte. Aber hoffentlich weiter mit großen Songwritern und Popstars wie Ne-Yo arbeitest? Es war eine große Ehre, mit Ne-Yo zu arbeiten. Er ist jetzt Nummer 1 in Amerika. Wie er mir vor kurzem erzählt hat, schreibt er mit Michael Jackson gerade an dessen neuem Album. Wahnsinn! Ich bin dankbar, wenn das so weitergeht. Ich möchte nichts verschreien.